Die Zukunft gestalten

Gianluca Pardini | Geschäftsleitung IG Kultur Luzern

Von Diskussionen ĂĽber gesellschaftliche Normen bis hin zur politischen Einflussnahme bei den Wahlen. Unser JahresrĂĽckblick.

Das vergangene Jahr startete im vollbesetzten Kleintheater mit der Diskussion über kulturelle Aneignung, ein Thema, das nicht nur kontrovers diskutiert wird, sondern auch zum Nachdenken anregt. Diese Veranstaltung war der Startschuss für eine Reihe von Kulturdialogen, die zahlreiche Interessierte anzogen. Ausserdem war das Jahr geprägt von kulturpolitischer Arbeit mit Strategieprozessen und Vernehmlassungsteilnahmen. So zum kantonalen Tourismusleitbild, der nationalen Kulturbotschaft 2025-2028 oder auch zur städtischen Kulturstrategie 2030.

Lokale und nationale Mitwirkung

In ihrer Rolle als Interessenvertreterin engagierte sich die IG Kultur Luzern für einen stärkeren Kulturfokus bei den kantonalen Wahlen. Als Basis dazu wurde eine eingehende Analyse der parlamentarischen Geschäfte mit Kulturbezug erarbeitet. Diese zeigte deutlich, dass die Kulturinteressen im Kantonsrat unterrepräsentiert sind. Mit dem Ziel, diesen Umstand zu ändern, startete die IG Kultur Luzern bereits zum zweiten Mal eine Kulturwahl-Kampagne bei den Kantonsratswahlen, die zu einem bedeutenden Erfolg führte: 28 Kandidat:innen mit einer Wahlempfehlung durch die IG Kultur Luzern wurden in den Kantonsrat gewählt, was ein neues, wertvolles Netzwerk für zukünftige Kulturanliegen bedeutet.

Darüber hinaus spielte die IG Kultur Luzern eine wichtige Rolle im städtischen Partizipationsprozess zur Kulturagenda 2030 der Stadt Luzern. Durch das Engagement konnte eine positive Entwicklung der Kulturstrategie für den Standort Luzern mitgestaltet werden. Dabei wurde nicht nur die Bedeutung der Kultur für die lokale Wirtschaft betont, sondern auch die Rahmenbedingungen für einen zukunftsfähigen Kulturstandort neu ausgehandelt. Modernere Förderbedingungen, die auch die soziale Sicherheit und Gleichstellungsthemen stärker berücksichtigen, mehr Mittel für den kulturellen Mittelbau in der Stadt Luzern, als auch eine Stärkung der finanziellen Planungssicherheit der Kultursubventionen konnten dabei erreicht werden.

Auf nationaler Ebene setzte die IG Kultur Luzern ihre Bemühungen fort, sich mit anderen regionalen Dachverbänden zu vernetzen und in der Vernehmlassung zur neuen Kulturbotschaft des Bundes mitzuwirken. Allerdings steht die nationale Kulturförderung aufgrund der Sparmassnahmen des Bundes vor schwierigen Herausforderungen. Trotzdem weist die Kulturstrategie des Bundes wichtige Zielsetzungen für die Förderbedingungen aus, die sich auch als Vorlage für die Kulturförderung in den Kantonen und Gemeinden positiv auswirken können. Auch hier dominierten Themen für die Verbesserung der sozialen Sicherheit für Kulturschaffende, die Thematik von fairen Gagen und der Nachhaltigkeit im Kultursektor.

Medienlandschaft im Wandel

Erfolge durfte die IG Kultur Luzern auch im Hinblick auf ihre Rolle als Herausgeberin von «041 – Das Kulturmagazin» verzeichnen. Das Kulturmagazin hat sich in eine weiterhin positive Richtung bewegt: Es bietet journalistische Qualität in einem sowohl inhaltlich wie ästhetisch ansprechenden Format mit Vielfalt. Mit Hintergrundberichten, Reportagen und Kolumnen über Kunst, Kultur und Gesellschaft sowie der sorgfältigen Auseinandersetzung mit dem aktuellen politischen und kulturellen lokalen Geschehen wird mit neuen Ideen überrascht, um das Magazin inhaltlich und gestalterisch weiterzuentwickeln. Dennoch bleiben für die IG Kultur Luzern auch Herausforderungen bestehen. Die Auswirkungen der Pandemie und der digitalen Transformation setzen die Medienbranche in Bedrängnis. Das spürt auch das Luzerner Kulturmedium. Der Druck  auf Inserateneinnahmen wie auch auf die Akquise neuer Abonnent:innen ist gestiegen, beides wichtige Pfeiler für eine nachhaltige Finanzierung. Als Herausgeberin ist die IG Kultur Luzern aber überzeugt, den Lokal- und insbesondere den Kulturjournalismus mit «041 – Das Kulturmagazin» in die Zukunft zu führen.