Mindestlöhne in der Stadt Luzern in Gefahr
Nachdem der Grosse Stadtrat im Mai 2025 die Volksinitiative «Existenzsichernde Löhne jetzt» der Juso gutgeheissen hatte und danach der Kantonsrat und auch der Nationalrat kommunale und kantonale Mindestlöhne verhindern wollten, möchte nun die knappe bürgerliche Mehrheit des Grossen Stadtrats die Einführung des Mindestlohns von 22.75 Franken in der Stadt Luzern stoppen respektive wieder abschaffen.
Mit 24 zu 23 Stimmen erklärte der Grosse Stadtrat am 27. November 2025 die Motion 128 «Aufhebung des Reglements über den Schutz der Arbeitnehmer:innen in der Stadt Luzern» der Parteien Mitte, FDP, GLP und SVP für erheblich. Die Motion fordert, dem Parlament eine Vorlage zur Aufhebung des Reglements über den sozialpolitischen Schutz der Arbeitnehmer:innen (Mindestlohnreglement) zu unterbreiten. Der Stadtrat wird demnach im Frühling 2026 eine Vorlage ausarbeiten. Doch bis ein parlamentarischer Entscheid vorliegt, hält der Stadtrat an der Einführung des Mindestlohns von Fr. 22.75 per 1. Januar 2026 fest, da dies der geltenden gesetzlichen Verpflichtung entspricht.
Die IG Kultur Luzern ist für die Einführung des Mindestlohns in der Stadt. Mit 22.75 Franken ist der Mindestlohn in Anbetracht der steigenden Lebenskosten in der Schweiz immer noch tief. Doch ein gesetzlich geregelter Mindestlohn ist ein wichtiger Schritt hin zu faireren Arbeitsbedingungen sowie gegen Armut. Auch im Kulturbereich, der grösstenteils in der Tieflohnbranche angesiedelt ist, wird der Mindestlohn eine klare Untergrenze der Löhne definieren und eine Verbesserung für die Kulturschaffenden bringen.